Richard Branson über Affordable Loss

„Affordable Loss“ ist ein ein Prinzip aus dem Effectuation-Ansatz. In der Corona-Krise heißt das, welche wirtschaftlichen Einschränkungen ist die Gesellschaft aus gesundheitlichen Gründen hinzunehmen bereit. φ 1.2

 

2 Gedanken zu „Richard Branson über Affordable Loss

  1. Ist es nicht etwas gewagt, dieses Prinzip, das offenbar aus dem Bereich Entrepreneurship („building successful ventures“ – nämlich aus dem Nichts) stammt, auf die Gesamtwirtschaft anzuwenden (innerhalb der solche ‚ventures‘ einen verschwindenden Bruchteil ausmachen dürften, sowohl was die Wirtschaftskraft, als auch die dadurch gebundenen Arbeitskräfte anbetrifft…vom aspect der „class“ ganz zu schweigen: die Coronakrise trifft m.E. langfristig die unteren Einkommensschichten stärker.) Vom ethischen Zynismus der „affordable losses“ ganz zu schweigen, wenn man „losses“ bspw. auf die Verluste an Menschenleben bezieht, die aus einer Rezession resultieren könnten. Aber Richard Branson war noch nie ein Mann der Zwischentöne…vielleicht liegt auch darin sein Erfolg begründet. Und schließlich: was ist den das Äquivalent von „protecting the critical downside“ (Branson: nach 12 Monaten geben wir den Flieger wieder zurück, wenn es nicht geklappt hat). Das klingt doch eher wie hedging (das sich, als Risiko-Versicherung, vermutlich im Preis oder in den Nebenabsprachen als Kondition niederschlägt). Oder habe ich Deine Parallele falsch verstanden? Bin neugierig, weil gar kein Experte!

    • Mit „Affordable Loss“ ist der wirtschaftliche Verlust gemeint, nicht der Verlust von Menschenleben. Aber ganz so abwegig ist die Verwechslung nicht. Im Elsass, lese ich in den Nachrichten, erhalten über 80 jährige keine Beatmung mehr. In Hollywood-Filmen wurden vor Jahren noch ganz andere Horrorszenarien ausgemalt: „Soylent Green“. Nein, nein, Richard Branson hat mit all dem nichts zu tun. Er wird nur gern als Kronzeuge angeführt, für die Wirksamkeit von von agilen Konzepten: Effectuation als Theorie und Praxis der Entrepreneure. Nicht um Profit sondern um affordable loss geht es bei Ungewissheit. Saras Sarsavathy, die Nestorin des agilen Effectuation-Ansatzes, verweist aber auf den Kontext in dem er nur passt, Causation und Planung sind also keines Wegs tot, wie ich in dem Videoclip „Immer mit der Ruhe! betont habe.

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